CRUSH ON: VICKY CRISTINA MARIA ELENA

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Es ist ja durchaus reizvoll, Film wissenschaftlich zu untersuchen und dabei über die bloße Repräsentationseben hinauszublicken, die Figuren bloß nicht als „echte“ Persönlichkeiten zu verstehen. Aber manchmal, und auch nur manchmal, verliebt man sich dann trotzdem ganz banal in eine davon. Für ihren Charakter, ihre Schwächen, ihren Stil, ihren Eigensinn. Und diesen kleinen filmischen Verliebtheiten widmet sich ab sofort die Rubrik Crush On.

Und weil ich mich so schwer entscheiden kann, stehen heute gleich drei Damen im Mittelpunkt des Geschehens. Hey, ich mache doch hier die Regeln, oder? Vicky (Rebecca Hall), Cristina (Scarlett Johansson) und María Elena (Penélope Cruz) sind die Protagonistinnen von Woody Allens Vicky Cristina Barcelona – einer meiner kleinen all time favourites. Und ein kleines bisschen finde ich mich in allen Dreien wieder. Also, what’s to love?

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Zuerst mal props to Woody Allens Kostümdesignerin Sonia Grande. Sie kleidet die drei Protagonistinnen auf den ersten Blick recht ähnlich – alle in diesem luftig-sommerlichen Boholook, wie komplett bei einer teureren Version von Mango eingekleidet. Genauer betrachtet finden sich dann aber doch Unterschiede, die wunderbar subtil zur Charakterisierung beitragen: Vicky kommt am konventionellsten und unauffälligsten daher, bei Cristina darf es weiblicher werden und María Elena ist in ihren langen, weiten Kleidern die geborene Hippie-Königin.

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Vicky

Die Akademikerin mit der großen Liebe für Katalonien. Mit ihr teile ich ohne Zweifel die Entscheidungsunfreudigkeit. Aber auch den karrieretechnischen Ehrgeiz, das nüchterne Denken und die Angewohnheit, ständig mit einem Notizblock herumzurennen. Oh, und definitiv die anfängliche Zurückhaltung und Skepsis gegenüber Fremden. Weniger hingegen ihr Streben nach einer langweiligen Ehe mit einem langweiligen Typen.

Erinnerungswürdige Zitate:

„Yeah, who exactly is going to make love?“
Juan Antonio erzählt von der Messerattacke seiner Ex: „Well, maybe you did something to deserve it.“

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Cristina:

Mit einem Satz des Erzählers über Cristina kann man im Grunde mein ganzes Leben beschreiben: sie weiß nicht, was sie will – sie weiß nur, was sie nicht will. Tja, that’s me, folks. Ich weiß aber immerhin, dass ich Fotografie genau so gern mag wie Cristina (gern auch analog) und konstant an meinem eigenen Können zweifle. Und ihrer unvoreingenommenen Offenheit gegenüber allen nur erdenklichen Beziehungsformen und Lebensmodellen kann ich nur applaudieren. Wobei wir wieder beim Ausgangsproblem wären: so viele Möglichkeiten – welche wählen?

Erinnerungswürdige Zitate:

„I studied Chinese.“ -„Chinese? Why?“ -„I thought it sounded pretty.“
„I’ll go to your room, but you’ll have to seduce me.“

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Maria Elena:

Oh, die göttliche Penélope Cruz. Sie verkörpert in Vicky Cristina Barcelona diese gewisse Spanishness (mehr dazu hier) und muss deswegen natürlich auch ein paar Klischees beinhalten: Leidenschaftlichkeit, Temperament, Affinität zur Kunst, überbordende sexuelle Ausstrahlung, Eifersucht, Romantik. Damit ist sie eine dieser Figuren, mit der ich im wahren Leben wahrscheinlich lieber nicht eng befreundet wäre – zu viel Drama im Spiel. Aber ich würde sie immerzu aus meiner stillen Ecke heraus anhimmeln.

Erinnerungswürdige Zitate:

„You’re still searching for me in every woman.“
„Only unfulfilled love can be romantic.“

Die Vicky-Cristina-Maria Elena-Uniform

Mit der richtigen Ausrüstung fühlt man sich gleich noch viel mehr wie eine andere Person. Und angenommen, ich würde gerade einen Barcelona-Trip planen, würde ich mich glatt von Woody Allens Film beim Packen inspirieren lassen. Und zwar müssten mit:

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1. Um alle Beobachtungen in möglichst schöner Form festzuhalten wie die College-Absolventin Vicky, braucht es ein Notizbuch, am liebsten handgebunden und ohne viel Schnickschnack. Zum Beispiel von Essie Letterpress via The District Six Store
02. Xurros, die braucht man in Barcelona einfach: fettes, knuspriges Spritzgebäck, das in heiße, dickflüssige Schokolade getaucht wird. Isst man am besten in einem gemütlichen Café im Barri Gòtic.
03. Um das richtige Urlaubsgefühl zu bekommen, braucht es ein langes, flatterndes Boho-Kleid à la Maria Elena, aber bitte ohne das emotionale Drama. Zum Beispiel von Mango.
04. Notizen sind nicht alles: Fotografieren macht am meisten so Spaß wie es Cristina macht. Mit einer alten Analogkamera, so wie die Kodak Retina 1a, die hier noch in meinem Schrank liegt. Kriegt man zum Beispiel via ebay.

Zu guter Letzt noch ein wunderbar vielsagender Satz, den der Erzähler in Vicky Cristina Barcelona von sich gibt: „During the conversation, an awkward moment occured.“

Collagenhintergründe via DesignLoveFest.

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6 Antworten zu “CRUSH ON: VICKY CRISTINA MARIA ELENA

  1. Pingback: CRUSH ON: GILMORE GIRL RORY | l'âge d'or·

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