MARIE ANTOINETTE UND APPETIT AUF MACARONS

In meinem Kopf passieren manchmal seltsame Dinge. Wie zum Beispiel, sich vom Appetit auf Süßigkeiten zu einem Blogpost über Filme inspirieren zu lassen. Woher das gerade kommt, weiß ich gar nicht so recht – aber Macarons könnte ich momentan zum Frühstück, Mittag, Abendessen und zwischendurch bitte auch noch. Um der Übersättigung und dem endgültigen finanziellen Kollaps vorzubeugen, erinnere ich mich dann aber doch lieber an eines meiner Lieblingsgenres, das gerne ganz genauso dekadent daherkommt.

Der Kostümfilm schickt sich in den letzten Jahren an, sich komplett zu erneuern und kaum noch Wert auf historische Genauigkeit zu legen. Gut so, er soll ja auch kein Zusatzmaterial zur Geschichtsvorlesung sein. Bestes (und mein liebstes) Beispiel: Sofia Coppolas Marie Antoinette, der im Grunde auch erst den globalen Hype um Ladurées bunte Baisers auslöste – den ich damals noch überhaupt nicht nachvollziehen konnte. An den Kostümfilmen ist es vor allem der opulente Augenschmaus, der es mir angetan hat. Style over Substance, kann ich da nur sagen – mit großen Herzchen in den Augen. Dafür eignet sich natürlich besonders der Stil der französischen Absolutisten. Und allen voran eben Marie Antoinette, ehemalige österreichische Prinzessin, später Frankreichs Königin mit einem unrühmlichen Ende auf der Guillotine.

Portrait von Jean-Étienne Liotard (1762, Public Domain)

Portrait von Jean-Étienne Liotard (1762, Public Domain)

Portraits von Louise Élisabeth Vigée Le Brun (1778 & 1783, Public Domain)

Portraits von Louise Élisabeth Vigée Le Brun (1778 & 1783, Public Domain)

Die arme Frau konnte es im Übrigen niemandem recht machen. Für das Portrait links wurde sie als zu dekadent verschrieen, bei dem späteren rechten Gemälde hieß es, die Schlichtheit des Kleides sei einer Königin unwürdig und mache die Schneider des Landes arm. Die perfekte Figur also für einen Film Sofia Coppolas, die es wie keine Zweite versteht, Einsamkeit und Isolation zu inszenieren. Aber es soll hier gar nicht so sehr ins analytische Detail gehen – schließlich ist dieser Blogpost vorrangig zum Dämpfen meines Hungers da. Die Kostüme von Milena Canonero und der Drehort Versailles tun hier ihr Übriges. Und bitte:

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

Marie Antoinette wurde aber auch zum Thema in andere Filmen – wenn die auch keinen gleichwertigen Zuckerschock auslösen. Hier zum Beispiel gespielt von Diane Kruger in Leb wohl, meine Königin! (Benoît Jacquot, 2012)…

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

…oder von Hilary Swank in Das Halsband der Königin (Charles Shyer, 2001).

© Universum Film

© Universum Film

Kürzlich auch sehr schön: die ironisch-opulente Männermode in Alan Rickmans Die Gärtnerin von Versailles mit Kate Winslet.

© Tobis Film GmbH & Co. KG

© Tobis Film GmbH & Co. KG

© Tobis Film GmbH & Co. KG

© Tobis Film GmbH & Co. KG

Ach, ich möchte auf der Stelle Macarons kaufen, einen Rock aus mille feuilles nähen und mir die Haare in Pastellfarben tönen. Wer sich generell für Kostüme im Film oder speziell Kostüme aus dem 18. Jahrhundert interessiert, sei auf die Blogs Démodé oder Fashion > Film verwiesen. Und ansonsten:

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…beziehungsweise…

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Slider: Sony Pictures Home Entertainment, Hintergrund via DesignLoveFest

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