MEDIA MONDAY #190 – ROSENMONTAGS-SPECIAL

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Media Monday #190 – Rosenmontags-Special

1. Animierte Charaktere oder Puppen/Kostüme? Wenn ich mich entscheiden muss, nehme ich die Animationen. Die sind ja auch so wunderbar vielfältig. Aber Puppen haben schon auch was. Urmel aus dem Eis von der Augsburger Puppenkiste hab ich zum Beispiel immer sehr geliebt.

2. Clowns fand ich schon immer unlustig und gruselig.

3. Wenn die Effekte auch nicht wirklich up-to-date waren/sind, hat mich ____ doch ____ . Etwas Aktuelles fällt mir spontan nicht ein. Nur, dass man dem ersten Herrn der Ringe effektetechnisch schon sein Alter ansieht. Aber trotzdem ist der Film einfach super – und wesentlich besser und liebevoller als die neue Trilogie.

4. Kostümiert oder nicht, einen Helden zeichnet für mich aus, dass er nicht unfehlbar, sondern auf irgendeiner Ebene auch ambivalent ist.

5. Kenneth Branaghs Cinderella hätte ja leicht ins Lächerliche abdriften können, jedoch ist der Film handwerklich wunderbar gemacht, bringt jede Menge kurzweiligen Spaß, super Effekte, tolle Schauspielerinnen und eine optimistisch-lebensfrohe Botschaft.

6. Kunst liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters. ____ ist in meinen Augen ein Kunstwerk, denn ____ . Liegt Kunst wirklich im Auge des Betrachters? Hm, bin ich mir gar nicht so sicher, auch wenn sich über Geschmack immer streiten lässt, und genauso auch über unterschiedliche Analyse-Ergebnisse und Interpretationen. 

7. Was mich an Karneval richtiggehend nervt: alles.

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15 Antworten zu “MEDIA MONDAY #190 – ROSENMONTAGS-SPECIAL

  1. Hm, wenn ich so alle Antworten zur Frage 7 lese, kann man fast auf die Vermutung kommen, dass Karneval und Kino gar nicht geht 🙂
    Mir fällt so spontan auch keine Film ein, in dem Karneval eine Rolle spielt.

    • Ja, Karneval geht auch wirklich gar nicht. 😀
      Aber ein Film fällt mir tatsächlich ein, in dem der Karneval zwar nicht unbedingt für den Plot wichtig ist, aber als symbolisches Stilelement: Der großartige 1967er „The Taming of the Shrew“ von Franco Zeffirelli mit Taylor und Burton.

      • Hm, 60er Jahre. Ist doch eigentlich meine Domäne. Kenne ich noch nicht.
        Muss ich mir mal anschauen. Wegen Liz und dem Waliser – natürlich. 🙂

  2. Das Urmel gibt’s seit ein paar Jahren auch als Animationsserie. Kommt aber nicht ansatzweise an die Puppenkiste ran.

  3. Ich bin ja Freund von dem Gedanken, daß ein Künstler mit dem Werk einen Samen einsetzt, der nur durch den Rezipienten erblühen kann. Das mag sogar etwas mit meinem kaufmännischen Hintergrund zusammen hängen, denn Kunst ohne Nachfrage wäre demnach einfach ein Ausdruck ohne geneigtes Publikum. Ausdruck aber ist schlicht Kommunikation, die in der Kunst ohne Konsens über den Zeichenvorrat stattfindet. Ergo liegt nach dieser Definition Kunst sehr wohl „im Auge“ des Betrachters, weil die Interpretation und Wertschätzung einzig dem Rezipienten obliegt.

    • Aus deiner Perspektive heraus würde ich vollkommen zustimmen. Und generell bin ich auch sehr für einen sehr offenen und weiten Kunstbegriff. Aber trotzdem gibt es ja im wissenschaftlichen Kontext auch diverse sehr unterschiedliche Definitionsversuche. Da kann dann Kunst beispielsweise etwas sein, dass nach Herder und Co. zur Erbauung des Menschen dient. Oder sie kann ganz grob gefasst das Gegenteil der Natur meinen. In diesem Zusammenhang ließe sich auch argumentieren, dass der Kunstbegriff reichlich überstrapaziert ist. Manches ist auch einfach „nur“ Handwerk oder eine wie auch immer geartete Fähigkeit.
      In der Rezeption kann Kunst und ihre Def. und natürlich der Geschmack dann auch noch immer im Auge des Betrachters liegen, klar. Muss auch so sein. Aber trotzdem machen in manchen Kontexten möglichst sachliche Definitionen (die dann automatisch Einiges aus dem Kunstbegriff ausschließen) durchaus Sinn.

      • Im Grunde sprichst du dabei ja von Kunst als „Können“ (Handwerk) und Kunst im Sinne einer „Künstlichkeit“ im Gegensatz zu einer „Natürlichkeit“. Bildet man etwa eine Landschaft malerisch ab, dann kommen dabei das „Können“ im Sinne der Maltechnik und die „Künstlichkeit“ im Sinne der Reduktion eines dreidimensionalen Raumes auf die zweidimensionale Leinwand zum Tragen.

        Was mir daran fehlt, ist eben dies, was ich zuvor als Ausdruck beschrieben habe. Sicher bin ich auch in der Lage zu bestaunen, z.B. wie realistisch diese Abbildung gelungen ist. Dieses Handwerk ist mir für den Kunstbegriff jedoch zu wenig. Hat der Künstler aber etwas stilisiert, hat er bestimmte Merkmale betont oder generell manipuliert, so hat er Reize gesetzt, auf die der Rezipient reagieren, deren Aussage oder Motivation er in Frage stellen kann.

        In der Musik trenne ich da manchmal sehr strikt, weil ich die berechnende Kälte kommerzieller Popsongs genauso wenig ansprechend empfinde, wie das tollste Skalengefrickel eines verkopften Jazzers. Ich vermisse dann immer den „Blues“, nicht zwingend die Stilrichtung, sondern eher das (Bauch-)Gefühl in einem Song, was für mich die Essenz eines vitalen, ansprechenden Musikstückes ist. Ein Musiker, der weniger technisch begabt ist als der Kopf-Jazzer, aber das nötige Gespür für seine Klänge hat, kann meiner Ansicht nach die besseren Lieder schreiben. Schließlich sagt man ja auch, wichtig seien die Noten, die man nicht spielt.

        Eine wissenschaftliche Definition steht an diesen Punkten für mein Empfinden zu sehr an der Schwelle ein E zu erschaffen, wo es möglicherweise nicht mal ein U gibt. Ich verstehe auch, daß meine Definition mit einem „Das hat er aber gut gemacht.“ wissenschaftlich als zu subjektiv gelten kann. Aber rechtfertigt dies nicht umso mehr die Ansicht, Kunst läge im Auge des Betrachters?

        Ich glaube, so ein Kunstbegriff muß nicht durch persönliches Wohlgefallen definiert werden, sondern durch Hinterfragen. So könnte man die Willkür bei der Entstehung eines Werkes fokussieren. Wenn also ein Mensch in eine beliebige Ecke schisse, weil er nach seinem Bauchgefühl eben muß, so wird es sich nicht um Kunst handeln. Wenn dieser Mensch aber bewusst in eine bestimmte Ecke scheisst, oder an einen besonderen Platz, an dem man für gewöhnlich keine Kackwurst vorfinden würde, weil er es kann und weil er bestenfalls damit mehr ausdrücken möchte als die Wurst, müsste man im Umkehrschluß die Kunst ins Spiel bringen.

        Kunst läge nach diesem Prinzip im Auge (vielleicht auch der Nase) des Betrachters, weil die Identifikation des nötigen Profils gewissermaßen dem Rezipienten überlassen bleibt. Für die einen ist es nur Scheiße in der Ecke, für die anderen ein provokantes Kunstwerk für dessen Verständnis weiterhin Formen der Bildung erforderlich sind, ohne dies elitär abzugrenzen. Ist das nicht Wissenschaft genug für Kunst? Denke ich da zu praxisbezogen?

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