VORFREUDE – SO WIRD DAS KINOJAHR 2015

Wie die Rückblicke der letzten Woche gezeigt haben, war das Kinojahr 2014 gar nicht mal so schlecht. Und was 2015 angeht, bin ich ebenfalls recht zuversichtlich. Es gibt sogar ein paar im Entstehungsprozess begriffene Filme, auf die ich mich ganz besonders freue. Seid ihr bei mir?

Knight of Cups & Lawless von Terrence Malick

© Dogwood Films

© Dogwood Films

Den ersten der beiden neuen Malick-Filme gibt es demnächst auf der Berlinale zu sehen. Und soll mich der Teufel holen, wenn ich es nicht in eines der Screenings schaffe, ob nun akkreditiert oder nicht. Terrence Malick hat bei mir nämlich einen Stein im Brett. Knight of Cups steigert denn meine Spannung auch ganz besonders, eben weil der Film den typischen Malick-Stil mit einer neuen Urbanität verbindet. Und die Darsteller! Wenn ich Cate Blanchett sage, dann reicht das doch, oder?

The Martian von Ridley Scott

Nachdem Exodus – Götter und Könige kein sonderlich großer Wurf war, hoffe ich auf das neue Werk Scotts. Für Science Fiction habe ich in den letzten Jahren eine richtige kleine Schwäche entwickelt, zumal wenn sie so aktuelle Fragen des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurses aufnimmt – der Schauplatz von The Martian ist nämlich der Mars. Und dann noch Jessica Chastain in einer der Hauptrollen!

A Little Chaos von Alan Rickman

© Tobis

© Tobis

Kostümfilme überraschen mich immer wieder, wenn sie dem Vorurteil der Verstaubtheit etwas kreatives entgegenzusetzen haben. In Sachen A Little Chaos mache ich mir da große Hoffnungen, denn Regisseur Alan Rickman enttäuscht selten. Der Trailer und die Story wirken auf den ersten Blick so niedlich banal, dass sich dahinter einfach etwas ganz Großes verstecken muss.

Silence von Martin Scorsese

Die Filme des Regie-Altmeisters Scorsese sind einfach immer einen Blick wert, soviel ist schon mal klar. In Silence geht es aber auch um das Thema christliche Missionierung – und vielleicht kann ich damit einmal mehr meine religiöse Indoktrinierung aufarbeiten.

Suffragette von Sarah Gavron

© Pathé

© Pathé

Hier kommt ein irre spannendes Thema (Demonstrationen für das Wahlrecht für Frauen) zusammen mit zwei meiner liebsten Darstellerinnen überhaupt: Helena Bonham Carter und Meryl Streep. Und nun hoffe ich ganz stark, dass Regisseurin Sarah Gavron der heutigen Feminismus-Debatte mit ihrem Film ein starkes Argument hinzufügen kann.

Joy von David O. Russell

Die Thematik von Joy klingt erst einmal befremdlich. Der Film erzählt nämlich die Geschichte von Joy Mangano, einer alleinerziehenden Mutter aus Long Island, die mit ihrer Erfindung zur erfolgreichen Geschäftsfrau wurde: mit der Tupperware. Jap, klingt komisch. Aber ich vertraue dem Gespann David O. Russell und Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence mal so weit, dass sie aus der Story keine filmgewordene Tupperparty werden lassen.

Inherent Vice von Paul Thomas Anderson

© Warner Bros.

© Warner Bros.

Paul Thomas Anderson ist immer gut, auch wenn man manchmal ein wenig schreien möchte: Kürzen, bitte! Im Rückblick wirkt dann aber doch irgendwie alles sinnvoll und überlegt. Nach The Master nimmt Inherent Vice nun wieder mächtig an Tempo auf. Und nachdem ich anderthalb Jahre lang News über den Film verfasst und dabei meine eigene Spannung immer weiter gesteigert habe, will ich einfach nicht mehr länger warten! Ich will Joaquin Phoenix!

Tulip Fever von Justin Chadwick

In Sachen Tulip Fever greift noch einmal mein Kostümfilm-Argument. Der Film erzählt die Liebesgeschichte einer Frau und ihres Portraitmalers im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Für mich klingt das nach einer potentiell wunderbaren Romanze. Und außerdem habe ich seit Anna Karenina einen kleinen Crush für die Hauptdarstellerin Alicia Vikander entwickelt.

Far From The Madding Crowd von Thomas Vinterberg

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Far From the Madding Crowd reizt mich vor allem thematisch, wenn ich auch die Romanvorlage nicht persönlich kenne. Hier steht nämlich eine Frau zwischen gleich drei grundverschiedenen Männern. Ein Mensch mit meiner Entscheidungsschwachheit wird also sicher eine Menge mitzufiebern haben. Ich möchte aber bitte auch eine außerordentlich starke Protagonistin sehen! Vielleicht wird es ja noch auf der Berlinale etwas.

The Walk von Robert Zemeckis

© Sony

© Sony

Ein Balanceakt zwischen den New Yorker Twin Towers, das klingt doch nach dem schieren Wahnsinn. Bei Regisseur Robert Zemeckis dürfen wir zwar sicher mit recht seichter Hollywoodsauce rechnen, aber das muss ja nicht per se schlecht sein. Die wahre Geschichte im Mittelpunkt des Films ist einfach zu faszinierend, um ihn zu ignorieren. Und der erste Teaser zu The Walk erinnert mich erfreulicherweise an den Anfang von King Vidors The Crowd.

Jane Got A Gun von Gavin O’Connor

© Relativity

© Relativity

Jane Got A Gun hat eine unendlich lange Produktionsgeschichte hinter sich, mit lauter Streits um Regie, Darsteller, Rechte und, und, und. Es mag naiv sein, aber irgendwie steigern solche Kriege hinter den Kulissen mein Interesse für die betreffenden Filme jedes Mal. Aber nicht nur das: Natalie Portman (immer gut) als Hauptfigur in meinem Hassliebe-Genre, dem Western. Das dürfte spannend werden.

Ex Machina von Alex Garland

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Bei Ex Machina erhoffe ich mir einen interessanten Anknüpfungspunkt an mein aktuelles Seminar über Postcontinuity. Es geht nämlich um Künstliche Intelligenz, die Definition von Menschlichkeit und die Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Und besonders würde ich mich freuen, wenn der Film neben seinem hochaktuellen Thema auch eine postklassische Form an den Tag legen würde. Achso, auch hier wieder: Alicia Vikander.

The Humbling von Barry Levinson

© Millennium Entertainment

© Millennium Entertainment

The Humbling spricht mich ganz persönlich an, mit meinem seltsamen Faible für Beziehungen mit Altersunterschied. Hier gibt es aber noch einen spannenden Twist, denn die junge Frau (gespielt von der bezaubernden Greta Gerwig) ist eigentlich lesbisch. Die Komödie von Barry Levinson knüpft an die zahlreichen Filme des letzten Jahres an, die das Showbusiness kritisch reflektieren. Und genau darauf möchte ich jetzt bitte noch eine neue Perspektive.

The Dressmaker von Jocelyne Moorhouse

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Hier haben wir noch einmal Kate Winslet, weil sie einfach großartig ist. Im australischen Drama The Dressmaker spielt sie eine Frau, die nach langer Zeit in ihr Heimatdorf zurückkehrt und dort nicht nur Sinn für Mode verbreitet, sondern auch Engagement für Frauenrechte. Mode und Film? Mit dieser Kombination kriegt man mich immer. Schon das erste Foto der Produktion ist eine kleine Augenweide.

Queen of the Desert von Werner Herzog

Gerade sehe ich Lawrence von Arabien auf Arte – und da schließt sich der Kreis, denn Queen of the Desert ist ein Biopic über die Forscherin Gertrude Bell, die mit dem tatsächlichen Lawrence ebenfalls zusammentraf. Filme über bedeutende Frauen der Geschichte gibt es viel zu wenige. Also bitte mehr davon!

Sea of Trees von Gus Van Sant

© Sookie Pictures

© Sookie Pictures

Sea of Trees scheint mir ein ziemlich faszinierendes psychologisches Konstrukt zu sein. Der Film spielt nämlich in den berühmten Selbstmord-Wäldern am Fuße des japanischen Berges Fuji. Nur, dass die beiden Männer, die sich hier verbünden, sich nicht mehr umbringen, sondern den Weg hinaus finden wollen.

The Lost City of Z von James Gray

Als waschechte Cumberbitch steht natürlich The Lost City of Z mit ganz oben auf meiner Liste. Hier spielt der frisch verlobte (schluchz!) Benedict Cumberbatch nämlich einen Möchtegern-Entdecker im Amazonasgebiet. Da klopft das Entdeckerinnenherz in mir, das am liebsten gleich den Rucksack packen und in den nächsten Dschungel aufbrechen will.

Everest von Baltasar Kormákur

© Universal

© Universal

Ein schrecklicher Sturm erfasst eine Expeditionstruppe am Hang des Mount Everest und acht Bergsteiger sterben. Die Verfilmung dieser wahren Geschichte wird sicherlich die reinste physische und psychische Tour de Force. Und das mit einem ausgesprochen hochkarätigen Cast: Jake Gyllenhaal, Emily Watson, Robin Wright, Jason Clarke, Josh Brolin, Sam Worthington, …

Carol von Todd Haynes

© The Weinstein Company

© The Weinstein Company

Noch so ein Garant für sehenswerte Filme ist Todd Haynes. Und eigentlich reicht auch die Hauptdarstellerin Cate Blanchett als Grund für eine Sichtung aus. Hier gibt es eine lesbische Liebesgeschichte zu sehen – nach wie vor sträflich unterrepräsentiert in Hollywood. Sie ist angesiedelt in den 1950er Jahren – Far From Heaven, anyone? Und dann erklärte Haynes auch noch, der visuelle Stil sei angelehnt an den Fotojournalismus und die Kunstfotografie dieser Zeit. Hallo? Kann ich bitte in der Premiere in Cannes im Kino sitzen?

Flying Horse von Gary Oldman

Noch einmal zu dieser Kombination, mit der man mich sofort kriegt: Film und Fotografie. In Flying Horse soll es um eine besonders spannende Phase der Mediengeschichte gehen, in der diese beiden Erfindungen gewissermaßen miteinander verschmelzen. Edweard Muybridge fotografierte ein galoppierendes Pferd in Serienaufnahme – und hielt damit erstmals eine Bewegung dauerhaft fest. Aber abgesehen von diesem Verdienst hatte der gute Mann auch so ein recht… wechselhaftes Leben. Ich freu mich.

Tomorrowland von Brad Bird

© Disney

© Disney

Ah, auf Tomorrowland bin ich wirklich unglaublich gespannt. Hier entdecken Britt Robertson und George Clooney gemeinsam einen Ort, der jenseits von Raum und Zeit existiert. Raum und Zeit – mit dem laienhaften Philosophieren über diese beiden Parameter kann ich ganze Abende verbringen. Der Teaser ist perfekt darin, in mir diese Neugier, Euphorie und Begeisterung zu wecken. Was genau ist dieses Tomorrowland und wie funktioniert es? Ich will’s wissen!

Habt ihr noch andere Kino-Highlights in petto, auf die ihr euch 2015 freut wie die Schneekönige?

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2 Antworten zu “VORFREUDE – SO WIRD DAS KINOJAHR 2015

  1. Malicks Film interessiert mich wohl eher aufgrund der Anwesenheit von Natalie Portman. Ebenso natürlich „Jane got a gun“ (wobei ich jetzt die ganze Zeit an den fast gleichklingenden Song von Aerosmith denken muss). „Tomorrowland“ sieht aber auch ziemlich gut aus… 🙂

  2. Pingback: WEEKLY TRAILER-PICK: ACCIDENTAL LOVE | l'âge d'or·

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