MEDIA MONDAY #173

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Media Monday #173

1. Nicht zum ersten Mal habe ich der Serienfigur ______ den Tod gewünscht, weil ______ . Meine Güte, wie martialisch.

2. Lasse Hallström habe ich früher echt gemocht, aber ihre/seine neue(re)n Filme sind wirklich nur noch Rosamunde Pilcher mit Hollywood-Budget.

3. The Jazz Singer zog einen so gravierenden stilistischen Bruch nach sich, dass bald der Niedergang des Stummfilms besiegelt war.

4. Aus Nymphomaniac von Lars von Trier wurde im Extended/Directors Cut ein ganz anderer Film, denn zumindest habe ich das von Kollegen gehört, die die neue Fassung dieses Jahr in Venedig gesehen haben.

5. Das Seminar „Postcontinuity und Affekt“ hat mich ja thematisch sehr gereizt, allerdings muss ich darin lauter ätzende Filme sehen, die überhaupt nicht meinem Geschmack entsprechen. Vor allem Action und Horror.

6. Dank meines neuen Melodrama-Komödien-Seminars bin ich überhaupt erst auf die Miniserie Mildred Pierce von Todd Haynes aufmerksam geworden. Zum Glück, denn zumindest die erste Episode hat mir bisher dank der hervorragenden Kate Winslet sehr gut gefallen.

7. Zuletzt gesehen habe ich Crank von Mark Neveldine & Brian Taylor und das war unfassbar schrecklich, weil dieses permanente Kameragewackel und überhaupt all das Tempo meines Erachtens nur über fehlendes Handwerk hinwegtäuschen soll. Ganz im Sinne der Chaos-Cinema-Essays von Matthias Storck. Selten vergingen 90 Minuten für mich so langsam.

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15 Antworten zu “MEDIA MONDAY #173

  1. Crank fand ich richtig schön beknackt. Für mich ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Die Seminare sind echt interessant. Ich würde bei sowas allerdings nie mitmachen, weil ich zu schnell an allem das Interese verliere, was mir keinen Spaß macht. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste dauernd irgendwelche Liebesschnulzen oder sowas gucken, nee.

    • Das ist bei mir oft eine Frage der Tagesform. Eigentlich wähle ich gern Seminare, die nicht automatisch meinen Wissensgebieten entsprechen, um eben mal was Neues kennenzulernen (ein Grundinteresse muss natürlich schon da sein). Aber ich gebe auch zu – wenn sich dann grausige Filme häufen, kann auch die Motivation mal nachlassen. In diesem Fall ist es eben sehr zwiegespalten: theoretisch für mich irre spannend, die Filme allerdings… naja.

      • Ja, das eigentlich Interesse an der Thematik bringt einen dann wahrscheinlich da durch irgendwie. Mit grausamen Filmen habe ich ja meine Erfahrung. Das schlimmste für mich ist eigentlich nur, wenn ein Film einfach langweilig ist. Das habe ich dann eben oft bei so Schnulzen.

  2. Ich will nicht glauben, daß Crank so eine Testosteronnummer ist. Ich fand den rasanten Stil jedenfalls prima und gerade die Inklusion von Videospielstillistiken und dem fetzigen Soundtrack gelungen. Außerdem sind die ganzen Kamerafahrten mit der Steadycam auf Rollerblades doch Bombe! Making of gesehen?
    Ich kann allerdings nur für die Extended Version sprechen, die, so ich es richtig verstehe, etwas an Tempo rausnimmt.

    • Das Making of kenne ich nicht – aber guter Tipp, werde ich mir bei Gelegenheit auch noch ansehen. Ich bin eigentlich Keine, die Schnelligkeit oder Wackelkameras etc per se verteufelt. Aber im Fall von Crank fand ich es so wahnsinnig übertrieben, dass mir diese Hyperaktivität nach zwanzig Minuten total gereicht hat. Ich war dann so genervt, dass ich nur noch dachte: „Boah, halt doch bitte mal die Kamera still, ich kanns nicht mehr sehen!“

      • Die Übertreibung ist ja irgendwie auch Teil des Konzepts. Bei mir ist das eher anders. Dieses Aufpeitschende liegt mir normal nicht so sehr. Ich bevorzuge längere Einstellungen und liebe Kamerafahrten und Plansequenzen. Da gibt es neben Hitchcock (Rope!), Argento (Kranfahrten in Suspiria!) und de Palma (Fegefeuer der Eitelkeiten!) ja auch im Actionfilm gute Beispiele, wie Tom yum goong, wo sich Tony Jaa in einer mehrere Minuten andauernden Sequenz präzise durch die feindlichen Reihen prügelt, ohne daß es irgendeinen Schnitt gibt. Bei Crank sind es diesbezüglich eher kleine Details. Man nimmt es vielleicht nicht sofort wahr, wie die Kamera durch enge Gänge gleitet, es aber keine Dollyspuren zu sehen gibt. Das sind die Errungenschaften der modernen Technik, weil der Kameramann einfach auf Rollerblades z.B. rückwärts vor Statham herrollen kann. Diese Flexibilität finde ich sensationell. 🙂

  3. Mh, vielleicht tue ich mir „Nymphomaniac“ auch mal an – scheint ja relativ gute Kritiken bekommen zu haben.
    Und ich muss zugeben, dass Crank einer der wenigen Actionfilme ist, die ich mir wirklich gern ansehe – ich fand den richtig gut gelungen, vor allem eben die rasante Kameraführung, die ja eigentlich ganz gut zum Thema passt.

  4. Das mit Lasse Hallström stimmt. Wie kommt man von „Mein Leben als Hund“ nur zu „Hachiko“? xD Aber noch schlimmer hat es Mikael Hafström getroffen – von „Ondskan“ zu „Escape Plan“, gute Nacht xD

    Bei „The Jazz Singer“ tu ich mich schwer. Ich respektiere den Film für das, was er getan hat, aber er ist halt als Film einfach soooo scheiße.

    Von „Nymphomaniac“ fand ich die „normale“ Fassung schon hammer. Mal schauen, vielleicht schau ich mir die längere auch noch an.

    Todd Haynes geht immer.

    „Crank“ ist sooooo scheiße ey. Jeder Shot 5 Millisekunden oder so xD

  5. Pingback: TERRY GILLIAM: THE ZERO THEOREM | l'âge d'or·

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