JANE POLLARD & IAIN FORSYTH: 20.000 DAYS ON EARTH

Wie gut, dass ich mich tatsächlich aufgerafft habe und zu einer der anstrengenden frühen Pressevorführungen gegangen bin. Da hätte ich wirklich was verpasst. 20.000 Days On Earth ist nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach der beste Musikdokumentarfilm, den ich jemals gesehen habe. In meiner Kritik für filmosophie.com erkläre ich das. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack.

© Drafthouse Films

© Drafthouse Films

„…„I’m transforming / I’m vibrating / I’m glowing / I’m flying / Look at me now.“ Der große Unterschied zwischen meinem Tag und dem von Nick Cave ist: ich projiziere und er ist der Rockstar, auf den projiziert wird. Er ist dieser schlaksige Typ mit der Drogenvergangenheit und der dunklen Aura, der auf Konzerten ganz nah an sein Publikum herankraucht und dessen Stimme sich beim Singen so rau und oft ächzend durch den Text arbeitet, dass man sich fragt, wo diese Melodie eigentlich hinführen soll. Wir Menschen würden uns durch unsere Erinnerungen manifestieren, meint Cave, und deswegen ist sein Archiv auch genau der richtige Ort, um Ausflüge in die Vergangenheit zu unternehmen. Wie in einer Vorlesung steht er vor den an die Wand geworfenen Bildern, den Stift zum Zeigestock herhoben, und erklärt die Aufnahmen von Konzerten seiner früheren Bands, alte Klassenfotos und Schnappschüsse seiner Wohnung in Westberlin, eigentlich eher Verschlag als Wohnung. Beim Psychologen redet er über seinen früh verstorbenen Vater und im Auto, beinahe transzendenter Zwischenort inmitten all der Termine, tauchen plötzlich Kollegen auf – Blixa BargeldRay WinstoneKylie Minogue. Vertieft ins Zwiegespräch mit ihm, bevor sie wieder verschwinden, geisterhaft, wie flüchtige Gedanken. All diese kleinen Kapitel in 20.000 Days On Earth, sie verweben sich eben nicht zu einer bloßen Nacherzählung eines Lebens. Sie verbinden sich vielmehr zu einem vagen und sehr gegenwärtigen Eindruck davon, was für ein Mensch sich eigentlich aus diesen vielen Erinnerungen gebildet hat…“

Weiterlesen könnt ihr hier.

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5 Antworten zu “JANE POLLARD & IAIN FORSYTH: 20.000 DAYS ON EARTH

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  2. Dann lobe ich dich hier noch für deine Kritik, unter der ich meine Gedanken zu dem Film versucht habe zu ordnen. Hat mir gleich wieder Lust gemacht, die Doku erneut zu sehen.

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