MEDIA MONDAY #149

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Media Monday #149

1. Könnte ich die Filmfigur der Cristina aus Woody Allens Vicky Cristina Barcelona im wahren Leben einmal treffen, müsste ich sie unbedingt einmal fragen, ob sie mittlerweile nicht nur weiß, was sie nicht will, sondern auch, was sie will. Und wie sie sich dafür entscheiden konnte.

2. Das Franchise von Fluch der Karibik möge man bitte schnellstmöglich beerdigen, weil es so schmerzlich symptomatisch den Niedergang des einst großen Johnny Depp nachzeichnet und wirklich von Film zu Film schlechter wird.

3. Wenn die Zeit nicht immer so knapp wäre, hätte ich schon längst einen Blick auf die Serie Game of Thrones geworfen, aber vor Beginn der Vorlesungszeit habe ich es nicht mehr geschafft, die zugrundeliegenden Bücher zu lesen. So konnte ich leider nicht am Seminar über die Show teilnehmen.

4. Am meisten in Filmen nervt mich ja die Klischeefigur der/des Love Interests, das nichts weiter zu tun hat, als in Actionfilmen den Helden anzuschmachten und ihn so noch „männlicher“ wirken zu lassen, wie zum Beispiel in zahlreichen Comic-Verfilmungen, weil die Zeit von passiven Frauenrollen, die sich passgenau ins Schema der Heiligen oder der Hure einordnen lassen, längst vorbei sein sollte.

5. Das Outing von Ellen Page (auch wenn es schon wieder ein Weilchen her ist) hat mich tief bewegt, weil sie in ihrer Rede wunderbare Worte gefunden hat und alles andere als den Eindruck machte, nur Schlagzeilen generieren zu wollen. Sie hat vielmehr genau die richtige Zeit und den richtigen Ort dafür gewählt.

6. Hätte man mich bei dem Dokumentarfilm Live and Let Live von Marc Pierschel ein Wörtchen mitreden lassen, hätte ich vermutlich die Hälfte der beleuchteten Aspekte gestrichen und die Argumentationsstruktur komplett umgekehrt, um das Thema der fleischlosen Ernährung auch Skeptikern ein wenig zugänglicher zu machen.

7. Zuletzt gelesen gesehen habe ich The Loneliest Planet von Julia Loktev und das war sehr intensiv, weil eingebettet in das extrem langsame Erzähltempo die wenigen dramatischen Momente umso wirkungsvoller erscheinen. Außerdem hat mich die georgische Landschaft absolut positiv überrascht.

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9 Antworten zu “MEDIA MONDAY #149

  1. Eine sehr schöne Antwort zu Frage 1 – und natürlich 4. Aber wie weit diese Frauenrollenbilder noch verbreitet sind, erschreckt immer wieder. Aber anscheinend stören sich noch nicht genug Zuschauer daran, sondern sehen als notwendige Zutat (von denen, die Frauen wirklich so sehen, ganz zu schweigen.)

  2. GoT funktioniert auch sehr gut ohne die Bücher. Ich hab erst nach der zweiten Staffel mit den Büchern angefangen gehabt.

    • Kann ich mir vorstellen. In dem Fall war es nur so, dass ich das Seminar gern quasi als Einstieg in die Serie genutzt hätte. Aber da wurde eben die Kenntnis der ersten Bände vorausgesetzt. Und ich bin halt manchmal Streber. 😀

      • Ich hätte mir das auch ohne Kenntnisse der bücher angetan – nur um zu sehen, in wie weit es danach gestimmt hätte 😉

  3. Oh, ein „Game of Thrones“-Seminar! Das hätte ich mir auch gerne angehört. Aber die Bücher in so kurzer Zeit lesen ist natürlich sportlich…

  4. Ob die Freiheit so begrenzt ist, daß Cristina es schon wissen kann? Ich war auf jeden Fall erstaunt, daß ihre Figur trotz aller Offenheit sehr tragisch angelegt ist.

    Ich fand die Rede von Ellen Page ja auch irgendwie interessant, vielleicht sogar rührend. Mir kommt es aber auch so vor, daß es gar keine so große Welle geschlagen hat, außer bezüglich von Zustimmung vielleicht. Jetzt ist das aber auch nicht so sehr besonders für mich. Ich bin schon seit gut 18 Jahren wissentlich mit Lesben und Bi-Frauen befreundet und so ländlich-sittlich es hier ist, ein richtiger Skandal war das hier eigentlich nie. Selbst als eine davon erkannt hat ein Mann zu sein, lag das eigentlich nur auf der Hand. Das war dann dennoch nicht für jeden so leicht zu schlucken und verstört vor allem dann auch Frauen so ähnlich wie Schwule andere Männer in die Bredouille bringen können. Frauen die auf Frauen stehen haben es wohl generell noch am leichtesten, oder?
    Was man bei Ellen Page aber gemerkt hat, war, daß es für sie wohl sehr befreiend war, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie hatte wohl auch einfach Angst um ihre berufliche Laufbahn, was ich persönlich gar nicht so recht verstehe, weil es für mich auch z.B. zu ihren ausgewählten Rollen passt. Ich halte sie da für eine recht authentische Person und das macht sie für mich auch sympathisch.

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