MEDIA MONDAY #147 – KEIN OSTER-SPECIAL

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Media Monday #147 – Kein Oster-Special

1. Hollywood ergeht sich immer noch fleißig an Reboots, Remakes, Fortsetzungen etc. und schießt sich damit oft ins eigene Knie. Der letzte originäre, überzeugende, für sich allein stehende Film, den ich gesehen habe ist ______ . Auch wenn ich mich manchmal selbst über fehlende Originalität ärgere, mag ich doch diese pauschal kulturpessimistische Sichtweise nicht. Es gibt immer wieder Filme aus Hollywood, die mich überraschen und unterhalten. Und auch US-Produktionen aus den 60er bis 80er Jahren, die heute kultisch verehrt werden, waren oft Remakes alter Filme oder Literaturadaptionen. Überhaupt: welcher Film steht schon für sich? Es gibt immer Referenzen und Inspirationen durch andere Werke, das lässt sich doch gar nicht verhindern.

2. Wir alle wurden schon einmal fies gespoilert. Bei keinem mir noch gegenwärtigen Fall allerdings hat es mich richtig gestört, weil ich Spoiler mag. Manchmal lese ich sogar selbstständig das Ende von Filmen und Serien nach, bevor ich sie schaue. Irgendwie erlebe ich Filme intensiver, wenn ich ihren Ausgang kenne. Dann bin ich im Kopf nämlich nicht so mit dem Entschlüsseln des Rätsels beschäftigt, sondern konzentriere mich wirklich auf die Machart und das ganze Drum und Dran. Ausgenommen natürlich Filme, die eigentlich nur durch ihren Twist erst so richtig funktionieren.

3. Am 23. April ist wieder Welttag des Buches. Wie steht ihr zu solchen Aktionstagen? Das kommt ganz darauf an, was aus solchen Tagen gemacht wird. Wenn sie nur bedeuten, dass bei Facebook Banner herumgehen und alle in den Kommentaren den Untergang des Abendlandes beklagen, weil die Jugend angeblich lieber im Internet hängt, dann finde ich sie ziemlich ätzend. Wenn aber stattdessen wirklich das Buch und die Literatur gefeiert wird, mit Veranstaltungen oder wasweißich, dann finde ichs super. Vor ein paar Jahren gab es mal eine Kooperation von Dussmann mit einem Wiener Buchhändler, wenn mich nicht alles täuscht, bei der insgesamt zwei Mal berühmte Klassiker der Weltliteratur kostenlos an die Leute verteilt wurden. Das war super – und regt unter Umständen tatsächlich Leute zum Lesen an, die sich solche Bücher sonst nicht gekauft hätten.

4. Selten hat mich ein/e Schauspieler/in mehr beeindruckt als Klaus Kinski in ihrer/seiner Rolle in Aguirre, der Zorn Gottes von Werner Herzog, denn dieser surreale Wahnsinn kulminiert extrem faszinierend in der letzten Szene, in der er diesen entrückten Monolog vor den Affen hält. Der Film mit seinem Hauptdarsteller hat mir derartig in den Bann gezogen. Irgendwie bin ich nach der letzten Szene selbst erst wieder aus so einer Art Trance erwacht.

5. Manche Filme kann man sich ja immer wieder ansehen, nicht einmal unbedingt, weil sie so gut sind, sondern schlichtweg unterhaltsam. Wie zum Beispiel Die Truman Show von Peter Weir, der stand während meiner Kindheit als Video im Filmregal und ich hab ihn immer wieder herausgezogen. Auch heute sehe ich ihn noch gerne und natürlich mit ganz anderen Augen als 1998.

6. Saw I-III hätte ich besser nie gesehen/gelesen, denn dann wären mir viele unschöne Gedanken während des Einschlafens erspart geblieben.

7. Zuletzt gesehen habe ich Die Drei Musketiere von Stephen Herek und das war beunruhigend, weil die ganzen Schauspieler, die jetzt im mittleren Alter sind, darin noch so verdammt jung aussahen. Der Film ist schließlich von 1993 – jetzt auch noch nicht so wahnsinnig lange her. Chloe Moretz und Ellen Page werden in zwanzig Jahren auch älter aussehen als jetzt. Und ich erst. Gott, eigentlich sind wir alle schon halb tot. – Jap, das war so mein Gedankengang während des Films. Ergo: Beunruhigend.

 

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15 Antworten zu “MEDIA MONDAY #147 – KEIN OSTER-SPECIAL

  1. „Die Truman-Show“ ist ein grandioser Film! Und irgendwie auch fast der einzige, in dem ich Jim Carrey wirklich ernst nehmen kann.

      • Stimmt, Carrey ist schon nicht zu unterschätzen. Aber trotzdem bin ich auch immer wieder überrascht, wenn ich ihn mal in ernsten Rollen sehe.

      • Stimmt, Number 23 hab ich völlig vergessen, da hat er wirklich klasse gespielt. Die anderen beiden Filme kenne ich leider nicht… :/

  2. Ich bin ein Affe und habe gestern überlegt, die einen Link bzgl. Kinski in meine Mail zu setzen. Erschreckend, wie sich da der Kreis schließt.

    Würdest du die Truman Show denn als ein Guilty Pleasure einstufen?

    Es gibt übrigens auch Menschen, die ihre Existenzberechtigung nicht mit der verflüchtigten Jugend verlieren. Manche reifen auch tatsächlich, ohne daß man sie ersetzen muß – oder will. Immerhin altert man ja auch mit. 😀

    • Nein, als Guilty Pleasure gar nicht. Aber auch bei Filmen, die ich für gut befinde, ist es nicht unbedingt typisch, dass ich sie über Jahre immer wieder sehr gern erneut sehen möchte.

    • So isses! Obwohl er ja durchaus auch in erschreckend vielen grottigen Filmen mitgespielt hat. Am besten find ich ihn dann doch immer in den Kooperationen mit Herzog.

      • Grottig war so einiges… aber die Herzog-Arbeiten haben ihm sehr gut getan. Da konnte er wirklich zeigen, was in ihm steckte.

  3. Stimmt, „Saw I“ war auch wirklich fies. Nach dem hatte ich sogar einen mittelgroßen Albtraum. Schaffen auch nicht mehr viele Filme.

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