MEDIA MONDAY #137

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Media Monday #137

1. Weil ich die Diskussion bei Facebook aufgeschnappt habe, gebe ich die Frage gerne direkt weiter: Welcher Film hätte eurer Meinung nach durch die Beteiligung von Drachen enorm gewonnen? Haha, witzige Frage. Zum Beispiel einer meiner Hassfilme: Die weiße Massai. Einfach in der ersten Szene einen Drachen loslassen, der mit seinem feurigen Hauch alle umhaut – das hätte ein filmisches Problem weniger gegeben. Wobei sich dieses Prinzip auf einige Filme anwenden ließe.

2. Wie wichtig ist euch die musikalische Untermalung bei Filmen? Und bevorzugt ihr eher Soundtracks oder Scores? Musik ist ein unfassbar wirkungsvolles Mittel – und genau das macht es oft unerträglich. Ich kann es nicht leiden, wenn mir epische Streicher im Film allzu deutlich zeigen: jetzt bitte ergriffen sein! Dann doch lieber diegetische Musik, die sich tatsächlich in das Werk einfügt oder für den Zuschauer auch mal eine irgendwie geartete Herausforderung darstellt.

3. Aber wo wir gerade schon einmal beim Thema Musik sind: Es gibt ja diverse Filme, wo Stars sich auch mal als Gesangstalente versuchen. Welche dieser Darbietungen hat euch am meisten imponiert? Hm, da gibt es tatsächlich Einige. Spontan fällt mir aber Carey Mulligan ein, die in Steve McQueens Shame eine umwerfende Version von „New York, New York“ sang. 

4. Manche Reihen (also von Büchern, Serien oder Comics) scheinen sich endlos hinzuziehen. Manche verlieren im Laufe der Zeit an Qualität, manche halten ein konstant hohes Niveau. Wie steht ihr zu solchen Neverending-Stories und was wären eurer Meinung nach Positiv- oder Negativbeispiele? Positiv, auch wenn ich bis heute noch nicht alle Episoden komplett gesehen habe: Die Simpsons. Negativ: ach, da gibt es viele. Manchmal wäre es einfach besser, sich an das Sprichwort zu halten und aufzuhören, wenn es am Schönsten ist.

5. Ich tue mich im Moment ein wenig schwer, all die Serien, Filme, Comics und Bücher zu sichten, die mich interessieren würden. Wie geht es euch in der Beziehung? Fühlt ihr euch auch manchmal erschlagen von der Flut an Neuveröffentlichungen und Altlasten oder seht ihr das ganz entspannt? Habt ihr schon mal eine Reihe bewusst nicht begonnen, in dem Wissen, dass diese zu viel eurer Zeit beanspruchen würde? So geht es mir tatsächlich mit den meisten Serien. Nicht, dass mich das Fortsetzungsformat so gar nicht interessieren würde. Aber Cliffhanger machen mich wahnsinnig und da Filme bei mir dann doch definitiv Vorrang haben, lasse ich die meisten Serien einfach von vornherein bleiben, um Zeit für anderes zu haben. Ob ich mich von der stetig wachsenden To See/To Read-Liste erschlagen fühle, hängt dabei ganz von der Tagesform ab. Und manchmal auch von der Gruppe von Menschen, in der ich mich gerade vorrangig bewege.

6. Gewalt und Nacktheit waren seit jeher die die größten Aufreger im Film- und Serienbusiness und brachten und bringen immer wieder die Leute auf die Barrikaden. Wie steht ihr dazu? Gewollte Provokation, sinnvolles Stilmittel, überflüssige Effekthascherei oder Freiheit der Kunstschaffenden? Über amerikanische Gewohnheiten, Nippel aus Filmen herauszuschneiden und dafür explodierende Köpfe ohne Probleme zu behalten, kann ich mich regelmäßig echauffieren. Ich persönlich mag exzessive Gewalt nicht besonders gern betrachten. Trotzdem finde ich aber prinzipiell erstmal, dass Kunst alles zeigen darf. Ein gewisses Maß an Intention, das über Effekthascherei hinausgeht, erwarte ich aber schon. Muss man also von Fall zu Fall betrachten.

7. Meine zuletzt gelesenes Buch war ist Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von Erich Fromm und das war ist bislang sehr faszinierend, weil ich darin Antworten auf Fragen finde, die ich mir schon seit langem stelle. Es ist einfach wahnsinnig spannend, wie zum Beispiel unser Sprachgebrauch unser Denken beeinflusst. Und noch dazu schreibt Erich Fromm trotz des komplexen Themas wunderbar unkompliziert.

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14 Antworten zu “MEDIA MONDAY #137

  1. Hehe 1 ist gut. In dem Fall sehe ich mir “ Die weiße Massai“ lieber nicht an, wenns da keine Drachen gibt. 😉

    Ich wusste dass du Carey Mulligan und Shame nennst. Déjà-vu? 😉 Und ja da ist sie wirklich sensationell!

  2. Ja, die Streichermusik in den Filmen. Am Besten mit einer tränenschwangeren Augen-Nahaufnahme, Das reisst mich immer vollkommen raus und ich kann den Film nur noch bedingt ernst nehmen.

  3. Serien hatten mich früher auch nie interessiert, doch inzwischen sehe ich sie mindestens ebenso gerne, wie Filme. Qualitativ meine ich in den letzten Jahren sogar einen Ruck in Richtung Serie gespürt zu haben; besonders was HBO oder AMC teils so auf die Beine stellen, da kann sich Hollywood die eine oder andere Scheibe abschneiden.

    • Absolut. Es gibt eine Menge guter Serien, das will ich gar nicht abstreiten. Ab und zu mach ich ja auch mal Ausnahmen (zB für Sherlock). Aber es ist halt dieses leidige Thema, dass man sich nicht auf alles gleich stark konzentrieren kann. Wenn es nach mir ginge, wäre ich in Sachen Film, Serien, Literatur, Journalismus, Theater, Kunst und Fotografie immer auf dem neusten Stand. 🙂

  4. Effekthascherei ist das passende Wort. Leider wird Gewalt und Sexualität oft nur dafür verwendet und nicht sinnvoll und zielbringend eingesetzt (ja, das geht auch). Übermäßig viel Gewalt oder Sex ist halt keine Qualität. Aber es gibt ja glücklicherweise auch genug Beispiele, wo die beiden Bereiche nicht nur Mittel zum Zweck sind. Seltsamerweise sind das dann aber auch oft Filme, die in ihrer Außendarstellung nicht explizit auf diese Themen eingehen.

    • Hast du ein Beispiel für einen Film, der Nacktheit deiner Meinung nach gewinnbringend einsetzt, ohne das Thema explizit zu behandeln? Mir fällt gerade ein ziemlich genialer Film ein, der das allerdings sehr genau zum Thema macht: „Shortbus“. Und ich bin natürlich mächtig gespannt auf „Nymphomaniac“.

      • In „Shame“ hat das schon seine Daseinsberechtigung. Aber auch in „The Wolf of Wall Street“ empfand ich es jetzt nicht als Effekthascherei. Gewinnbringend vielleicht nicht, aber auch nicht überflüssig.

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