MEIN BERLINALE-PANORAMA 2014

Die Berlinale 2014 entwickelt sich für mich gerade zu meinem persönlichen Vietnam. Weil sich nämlich gewisse Leute mit Akkreditierungen  vor lauter Filmsichtungen überschlagen, obwohl sie darüber nie auch nur ein einziges Wort schreiben werden – während andere (mit tatsächlich journalistischen Ambitionen) mal wieder ohne Akkreditierung dastehen. Muss ich mir also ein paar Tickets kaufen – und die ersten sind mir schon jetzt durch die Lappen gegangen.

Nun, bevor ich mich hier schon mal so richtig in Rage schreibe, erwähne ich lieber, dass ich immerhin das Glück hatte, mir für filmosophie.com einige Filme des Panoramas schon im Vorfeld anzusehen. Über die meisten davon habe ich auch Kritiken verfasst, die zwar auf eben genanntem Blog veröffentlicht, hier jedoch schrittweise von mir verlinkt werden. So als kleine Form von Tagebuch.

© Berlinale

© Berlinale

Das Panorama 2014 halte ich – soweit ich es nach den gesichteten Filmen beurteilen kann – für durchwachsen. Es gab da schon den ein oder anderen Streifen, bei dem ich mich ernsthaft fragen musste, wie er es in das Programm eines so renommierten Festivals schaffen konnte. Mit meiner Kollegin Sophie hatte ich oft diese Diskussion: werden die Filme wirklich tendenziell schlechter oder sind wir wegen der Fülle von Sichtungen einfach nicht mehr so leicht begeisterungsfähig? Natürlich gibt es aber auch die kleinen, glänzenden Perlen. Eine klare Empfehlung spreche ich für den brasilianischen Beitrag The Way He Looks (Hoje Eu Quero Voltar Sozinho) über einen blinden Jungen aus Sao Paulo aus. Besonders mitgenommen haben mich außerdem einige starke Dokumentarfilme: darunter Is the Man Who Is Tall Happy?, ein animiertes Gespräch Michel Gondrys mit Noam Chomsky, Finding Vivian Maier über eine so unbekannte wie geniale Fotografin und The Dog, der die Geschichte erzählt, auf der der Film Dog Day Afternoon basiert.

Und das sind die Filme des Berlinale-Panoramas 2014, die ich bisher gesehen habe:

Papilio Buddha (Jayan Cherian, Indien/USA 2013)
Triptyque (Robert Lepage & Pedro Pires, Kanada 2013)
Is the Man Who Is Tall Happy? (Michel Gondry, Frankreich 2013)
The Way He Looks/Hoje Eu Quero Voltar Sozinho (Daniel Ribeiro, Brasilien 2014)
Test (Chris Mason Johnson, USA 2013)
The Man of the Crowd/O Homem das Multidoes (Marcelo Gomes & Cao Guimaraes, Brasilien 2013)
Yves Saint Laurent (Jalil Lespert, Frankreich 2013)
Güeros (Alonso Ruizpalacios, Mexiko 2014)
Kuzu/The Lamb (Kutlug Ataman, Türkei/Deutschland 2014)
Through a Lens Darkly: Black Photographers and the Emergence of a People (Thomas Allen Harris, USA 2014)
The Dog (Frank Keraudren & Allison Berg, USA 2013)
Bing Du/Ice Poison (Midi Z, Taiwan/Myanmar 2014)
The Better Angels (A.J. Edwards, USA 2013)
Happy to be Different/Felice chi è diverso (Gianni Amelio, Italien 2014)
Ieji/Homeland (Nao Kubota, Japan 2014)
YE/The Night (Zhou Hao, China 2014)
Journey to the West/Xi You (Tsai Ming-Liang, Frankreich/Taiwan 2013)
The Rice Bomber/Bai Mi Zha Dan Ke (Cho Li, Taiwan 2014)
Finding Vivian Maier (John Maloof & Charlie Siskel, USA 2014)
Last Hijack (Tommy Pallotta & Femke Wolting, Niederlande/Deutschland/Irland/Belgien 2014)
Quick Change (Eduardo Roy Jr., Philippinen 2013)
Vulva 3.0 (Claudia Richarz & Ulrike Zimmermann, Deutschland 2014)
Fucking Different XXY (Diverse, Deutschland 2014)
Fieber (Elfi Mikesch, Luxemburg/Österreich 2014)
Nuoc/2030 (Nguyen-Vo Nghiem-Minh, Vietnam 2013)

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