8 AUGEN FÜR EIN HALLELUJA: SEARCHING FOR SUGAR MAN

Von Sugar Ray Robinson zu Sugar Man. Zum ersten Mal im neuen Jahr haben wir Vier von den 8 Augen für ein Halleluja uns wieder zusammengefunden und erstmals gemeinsam einen Dokumentarfilm begutachtet. Ein bisschen geschafft und unter Zeitdruck zwar, dafür aber endlich wieder in vollständiger Formation. Alles über unseren Filmabend gibt es hier und jetzt zu lesen.

Diesmal: Searching for Sugar Man von Malik Bendjelloul

© Rapid Eye Movies

© Rapid Eye Movies

Wieso wir den Film ausgewählt haben:

Na, ehrlich gesagt aus einem ziemlich schnöden Grund: Zeitmangel. Da ich momentan bis über beide Ohren in den Pressevorführungen des Berlinale-Panorama stecke, musste es diesmal ein knackig kurzer Film für unseren Abend sein. Aber abgesehen davon, wollten wir Searching for Sugar Man so oder so noch nachholen. Ein Werk, das den Oscar für den Besten Dokumentarfilm gewinnt, kann doch so schlecht nicht sein, oder?

© Rapid Eye Movies

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Unsere Wertungen:

Chris: „Searching for Sugar Man. Gebt den Filmfreunden Zucker, gebt ihnen auch Zuckermänner. Am Ende aus dem Dokumentarfilm über den verlorenen Sohn des 70er-Jahre-Rocks aus Amerika zu gehen und zu denken: „Ach, deshalb die Preise.“ darf der Film sicher als Kompliment sehen. Trotz auch nach Ende des Films anhaltender Diskussionen um den Wahrheitsgehalt hinter der Geschichte, wusste er in jedem Fall zu überzeugen. Die Geschichte ist wundervoll liebevoll und wird durch die Musik des gesuchten Künstlers zu Bildern alt wie neu aus den amerikanischen Städten bestückt. Zwischendurch hat man den Eindruck, man erlebe gerade bewegte CD-Cover. Auf der Dokuskala vergebe ich: …“
8.5 von 10 zur Musik in die Luft gehaltene Feuerzeuge

Kitty: „Searching for Sugar Man ist ein komischer Dokumentarfilm. Und das schreibe ich, obgleich ich in Dokus so verliebt bin, dass man meinen könnte, ich wäre mit ihnen verheiratet. Am Anfang beißt sich die Frage nach der Echtheit dieser Suche nach diesem sogenannten Zuckermann in den Rezeptoren fest und bleibt bis zum Abspann und selbst darüber hinaus mit ungelockerten Zähnen darin verankert. Ist das alles gefaket? Wie kann man von einem Mann mit so einem großartigen Einfluss auf ein Land nichts gehört haben? Und wenn man von ihm nichts gehört hat, was bitte bleibt sonst alles im Verborgenen? Das fragt man sich ungefähr die ganze Zeit. Immerhin sieht man währenddessen wunderschöne, belebte Schallplattencover im Fernsehrahmen auftauchen. Die Botschaft ist jedenfalls sagenhaft, obwohl man genau genommen nichts zu sagen hat: Das Happy End im Leben ist unabhängig davon, wer und wie viele es mitbekommen. Und ob überhaupt jemand. Manchmal bedarf es dabei nicht mal des Protagonisten selbst. Dieses Happy End scheint ein einsamer Zeitgenosse zu sein. Wichtiger als die Happyendeinsamkeit ist nur die Überzeugung, stets das zu tun, was wirklich ehrlich aus dieser Überzeugung entspringt.“
6 von 10 zur Musik in die Luft gehaltene Feuerzeuge

Tobi: „Wieder einmal wusste ich über diesen Film wirklich gar nichts, was stets eine gewisse Aura der Gespanntheit über diesen Treffen scheinen lässt. So war es nicht verwunderlich, dass ich in den ersten paar Minuten nicht wusste, was da gerade abgeht: Alles war ein wenig verworren und undurchsichtig. Doch nach einer Weile lüftete sich der Schleier und man hatte eine Ahnung, worum sich dieses Machwerk dreht: Diese Dokumentation, die sich mit dem faszinierenden Lebensweg des Musikers Rodriguez auseinandersetzt, schafft es in meinen Augen, pointiert die wirklich überraschenden Knallerstellen der Wegpunkte hervorzuheben. Hier wäre beispielsweise der Umstand zu nennen, dass dem Zuschauer bis weit in den Film hinein nicht ganz klar ist, ob Rodriguez überhaupt wirklich existiert hat und wenn ja, ob er noch lebt oder schon gestorben ist. Doch die Doku hat auch ihre Schwächen: Manche Interviews waren mir schlichtweg zu lang, manche Sequenzen haben ein paar Ausschnitte unnötig gezogen und verlängert, so dass in manchen Teilen ein wenig zu viel Muße aufkam. Dies ist jedoch nur ein relativ kleiner Kritikpunkt an dieser stillen und schönen Doku, die ein geniales Beispiel dafür liefert, dass Wunder kein Märchen sind. All jene, die sich jedoch eine reißerische, knallige Doku erhoffen, werden sicherlich enttäuscht werden. Gemäß diesen Beschreibungen vergebe ich an Searching for Sugarman…“
8 von 10 zur Musik in die Luft gehaltene Feuerzeuge

Katrin: „Das ist mir ehrlich gesagt noch nie passiert. Dass ich mir einen Dokumentarfilm anschaue und bis zum Schluss rätsele, ob es sich nicht doch vielleicht um eine Mockumentary à la Fraktus handeln könnte. Die Geschichten legendärer Musiker eignen sich schließlich ausgezeichnet, um Zuschauer hinters Licht zu führen. Und noch dazu wollte ich einfach nicht glauben, dass ich von Rodriguez, der auch noch Musik genau nach meinem Geschmack macht, zuvor nie auch nur ein Fitzelchen gehört oder gesehen hatte. Verrückt. Wegen des Oscars und der überdurchschnittlichen Bewertungen auf moviepilot bin ich mit ziemlich hohen Erwartungen an Searching for Sugar Man herangegangen – und wahrscheinlich war das mein Problem: man erwartet etwas Umwerfendes. Genau wie bei den Beschreibungen, die verschiedenste Musikproduzenten über die Folksongs des Künstlers loswerden. Rodriguez hätte den amerikanischen Rock retten können, heißt es da beispielsweise – und man erwartet eine Offenbarung. Was man dann bekommt, ist gut. Eine Offenbarung ist es aber nicht.“
7,5 von 10 zur Musik in die Luft gehaltene Feuerzeuge

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Eine Antwort zu “8 AUGEN FÜR EIN HALLELUJA: SEARCHING FOR SUGAR MAN

  1. Pingback: WEEKLY TRAILER-PICK: THE SEARCH FOR GENERAL TSO | l'âge d'or·

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