MATTHEW PORTERFIELD: I USED TO BE DARKER

Für Fans von Folkmusik ist gerade Hochkonjunktur im Kino. Erst legten die Coen-Brüder mit Inside Llewyn Davis einen filmgewordenen Folksong hin und demnächst schafft es der Indiestreifen I Used to be Darker von Matthew Porterfield in die Kinos, der in diesem Jahr auch auf der Berlinale und dem Sundance Film Festival lief. Für filmosophie.com habe ich aufgeschrieben, was ich von dem Film halte.

© Monterey Media

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„…Eine Geschichte voller menschlicher Dramen, so könnte man meinen und liegt damit ja gar nicht mal falsch. So richtig interessant wird es dann aber erst, wenn der Film sämtliche Erwartungen an eine konventionelle Coming-Of-Age-Story über den Haufen wirft und gar nicht so richtig ins Erzählen kommt. Oder wie Callahan an einer Stelle singt: „I started telling the story without knowing the end.” Matthew Porterfield hält sich mit seiner Kamera und seiner Dramaturgie unglaublich zurück, ist ganz weit entfernt von seinen Figuren. Es gibt keine extradiegetische Musik, es gibt kaum Kamerafahrten, wenige Schnitte, wenig Dialog und auch keine minutenlangen Großaufnahmen, die uns sämtliche Gefühlsregungen in der Mimik der Darsteller verraten. Stattdessen verharrt die Kamera gefühlte Ewigkeiten auf einem einzigen, starren, distanzierten Fleck. Die Figuren laufen durchs Bild, verlassen den Kader, erscheinen wieder auf der Leinwand, verschwinden halb hinter anderen Personen oder Objekten. Es wirkt beinahe, als existierte ein stummer Erzähler, der ein längst vergangenes Geschehen rekapituliert. Dieses Gefühl, sich an ein sehr persönliches Ereignis zu erinnern und dabei außerhalb des eigenen Körpers über den Dingen zu schweben, sich selbst bei jedem Schritt zu beobachten – dieses Gefühl stellt sich im Verlauf von I Used to be Darker immer wieder ein. Unter dem Gesichtspunkt ergeben dann auch die folgenden Zeilen des Liedes einen Sinn: „I used to be darker / then I got lighter / then I got dark again…“

Weiterlesen könnt ihr hier.

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