MEDIA MONDAY #124

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Media Monday #124

1. Das Filmplakat zu Vertigo von Alfred Hitchcock ist auch heute noch etwas Besonderes und wartet darauf, an einem guten Platz in meiner Wohnung aufgehängt zu werden.

2. Flight von Robert Zemeckis hat sein/ihr Potential in Sachen Figurenzeichnung und Dramaturgie fast völlig verschenkt, weil es wirklich nicht hätte sein müssen, dass man bei einem solchen Thema auf der Hälfte beinahe einschläft.

3. Wenn man schon alte, erfolgreiche Serien wiederbelebt und mit neuer Besetzung von vorn startet, dann möge man bitte auch ________ ein Reboot gönnen, denn ________ . Mir würden da eher eine ganze Reihe kindlich-nostalgisch verklärter Serien und Sitcoms einfallen, die man nienienienich rebooten sollte. Full House zum Beispiel.

4. Gerne würde ich einmal eine Motto-Party zum Thema Literarische Figuren besuchen/ausrichten, weil sich an der Wahl der Kostüme allerhand über die Besucher ablesen ließe.

5. Blue Jasmine von Woody Allen kann man kaum eine Komödie nennen, denn Cate Blanchett spielt darin eine derart tragische Figur, dass das Lachen nicht selten im Halse stecken bleibt.

6. Hätte ich eine ganze Woche Zeit, mich Filmen/Büchern/Serien/was-auch-immer zu widmen und müsste nichts anderes tun, dann würde ich mir zu jeder Menge Regisseure Werkschauen vornehmen, wie ich es schon seit Ewigkeiten tun will. Endlich alle Filme sehen von Woody Allen, Federico Fellini, Pedro Almodóvar, Andrei Tarkovski, Roman Polanski, Alfred Hitchcock…

7. Mein zuletzt gesehener Film war Die Tribute von Panem – The Hunger Games von Gary Ross und der war besser als zunächst erwartet, weil er eine ziemlich starke und selbstbestimmte Protagonistin in den Mittelpunkt stellt. Gerade Letzteres ist leider noch immer nicht so selbstverständlich.

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15 Antworten zu “MEDIA MONDAY #124

    • Ich halte das für ein wundervolles Experiment. Man muß ja nicht gleich Psychiater sein, um sich mit den Eigenheiten der Menschen zu befassen. Wohl muß man aber die Fähigkeit entwickelt haben, einen distanzierten Blick auf die Sache zu werfen. Das hilft auch ungemein, wenn man sich selbst gar nicht ausnimmt. Wenn ich allerdings nach den Werken gehe, an die ich mich kürzlich im Bezug auf alles, was ich mal so gelesen habe, erinnert habe, dann könnte ich als z.B. Old Shatterhand oder Hank Chinaski gehen. Ob das nun so ein gutes Bild abgibt? 😀

    • Haha, manchmal vielleicht hobbymäßig. 🙂

      Ich denke auch, dass das ziemlich spannend wäre. Man erfährt eine Menge über die Lesegewohnheiten der Leute und kriegt damit ja auch irgendwie Hinweise auf ihre Einstellungen, Interessen, Selbstwahrnehmung etc. Das wäre sicher interessant.

      • War auch eher als Spaß gedacht. Aber du hast schon recht, dass wäre sicherlich eine Augenweide, als was die Leute erscheinen würden.

      • Würdest du meine These stützen, daß viele Menschen, ähnlich wie es Miller in seinem Kick-Ass andeutet, Spiel und Mummenchanz benötigen, um das, was sie selbst sind oder zumindest in tiefem Herzen sein wollen für ein paar Stunden an die Oberfläche zu holen?
        Passt ja irgendwie heute auch zum Datum. Dieses Karnevalsding jedenfalls gibt mir immer wieder zu denken, warum so viele Menschen sich unbedingt in bestimmte Arten von Kostümen packen müssen. Da ist sicher auch viel uninspirierte Narretei dabei, wohl auch einiges an Kreativität und Witz. Aber am Ende sind doch viele Frauen übertrieben sexualisiert (Domina, sexy Krankenschwester, Prostituierte usw.) und viele Männer in klassischen kernigen Rollenbildern unterwegs.

  1. Dass die Protagonistin in „Die Tribute von Panem“ stark ist, mag stimmen. Aber im Grunde bekommt sie ja vor den Spielen allerlei Hilfe von der Männerwelt, die sie auf die schwierige Aufgabe vorbereitet.

    • Hm, das ist natürlich wahr. In der Arena selbst sind dann aber die männlichen Figuren schwächer oder irgendwie zwielichtig, während sie moralisch integer bleibt und ihre Strategie ziemlich geradlinig durchzieht.

  2. Die eine oder andere Werkschau würde ich auch gerne mal machen … leider reicht da eine Woche bei weitem nicht aus (wenn man dann auch darüber schreiben möchte).

    Die Tribute von Panem – The Hunger Games … habe ich gestern auch geschaut. 🙂

    • Ja, schrecklich, diese ewige Sache mit der Zeit. Ich würde auch gern mal schauspielerbezogene Werkschauen abhalten. Zum Beispiel alle Filme, in denen Helena Bonham Carter mitgespielt hat.

      Haha, jetzt wo bei dir Schnee liegt, gab es wohl keine bessere Therapie, als filmisch in eine ferne Zukunft zu flüchten. Mir würde ja auch der Sommer 2014 reichen.

  3. Vertigo ist allerdings ein Plakat für die Ewigkeit. Damit könnte ich auch wohnen. Überhaupt fehlt es an so einer klassischen Plakatesammlung. Die meisten meiner Poster, habe kürzlich eine Rolle mit 11 Stück wiedergefunden, sind zwar auch sowas wie klassisch, passen aber vom Stil als Dekoration doch eher in die Zeit, als ich sie bestellt haben muß: Hellraiser, Friday 13th, Nightmare on Elm Street, Night of the Living Dead, Evil Dead, Back to the Future, Star Wars, Jason X, 12 Monkeys, Dawn of the Dead und Fulcis Zombie. Andererseits, ästhetisch sind sie ja doch fast alle. 🙂

    Hunger Games habe ich gestern auch im Fernsehen laufen lassen und war trotz nicht vorhandener Erwartungen enttäuscht über die Emotionslosigkeit. Der Film war im Grunde für mich gelaufen, als die Kleine ausgewählt wurde. So eine entscheidende Szene, sorry wir sind vielleicht wieder beim Kitsch, im Vertrauen darauf, daß der Zuschauer mit den Codes wohlvertraut ist, um selber Gefühle einzuflechten, einfach knapp herunterzubrechen, da komme ich nicht mit. Es hätte nicht mal eines inneren Monologes gebraucht, kein Wort hätte verloren werden müssen, aber da hat ja keiner gespielt! So ein hochemotionaler Moment und keine Regung in den Augen. Wieviel mehr man daraus hätte machen können, einfach in dem man die Gefühle in den ausgetauschten Blicken montiert… Das will nicht in meinen Kopf.

    • Da ich die Buchvorlage nicht kenne, kann ich nun kein Urteil darüber fällen, wie der Anfang im Verhältnis zum Roman inszeniert wurde. Der Regisseur wollte wohl einfach möglichst schnell einsteigen, um dann den Fokus auf die späteren Momente zu legen. Aber stimmt schon, da hätte man definitiv mehr draus machen können.

      Vor kurzem hab ich eine Seite gefunden, auf der man sich alte Filmplakate und ähnliches in ziemlich guter Qualität downloaden konnte, um sie auszudrucken und aufzuhängen. Ich schau mal, ob ich noch irgendwo den Link finde.

      • Meinst du evtl. Wrongsideoftheart?

        Die Vorlage kenne ich auch nicht, aber laut meinem Kumpel sind an der Stelle wirklich „Selbstgespräche“ und es wird wohl etwas anders reflektiert. Er kritisierte außerdem, daß man das Glätteisen angesetzt habe. So sei aus einem trinkenden Wrack, welches sich später als große Hilfe erweist, ein eher glatter Schönling geworden. Bei solchen Vergleichen fällt man wohl recht tief, wenn man den Film nach dem Buch konsumiert.
        Ich kann jetzt nicht behaupten, daß ich soviel Charakter erwartet hätte, aber tatsächlich hätte mir sowas wohl mehr zugesagt. Das bisschen Retro-Futurismus hat mich leider nicht angeheizt und das Spiel, welches im Buch wohl eine noch dreistere Battle Royale Kopie sein soll, ist leider auch nicht besonders aufregend gewesen, vielleicht eben weil es an markigen Figuren gemangelt hat.
        Vielleicht bin ich diesbezüglich auch nur müde. Mich hat ja selbst Das 10. Opfer nur mässig euphorisiert. 🙂

        Grundsätzlich kann ich dir aber insofern beipflichten, daß Frauen mit Schmackes immer interessanter sind. 😉

  4. Bei 7. kann ich dir nur zustimmen. Ich mochte „The Hunger Games“ besonders aufgrund seiner Heldin sehr. Und das ohne Kenntnis der Buchvorlage und nach Lesen der Trilogie noch umso mehr. Eine wirklich gelungene Adaption.

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